~ Mein erstes Calligraphiebuch ~

In diesem Beitrag will Ich Euch mein erstes Calligraphiebuch mitsamt eines (hoffentlich nicht zuu umfangreichen xD) Tutorials vorstellen, das Wir im ersten Semester angefertigt haben. Dazu gibt’s natürlich auch viele tolle Bilder und Einblicke in das Buch selbst. Alle Materialien und Begriffe, die Euch unbekannt sind, werde Ich Euch in separaten Beiträgen erklären und vorstellen.


1. Die Schriftart und die Seiten

Zu Beginn müssen Wir uns natürlich erst einmal mit der Schrift auseinander setzen, mit der Wir dieses Buch schreiben sollen. Diese Schrift ist die Lapidar-Antiqua (die man auch wunderschön in verschiedenen Varianten schreiben kann, aber dazu später mehr).

Wir bekamen dazu von unserer Dozentin ein paar Arbeitsblätter, wo das Alphabet dieser Schriftart drauf war, sowie erklärendes Material, wie die Buchstaben im Einzelnen geschrieben wurden:

Und dann heißt es erst einmal Üben, Üben und nochmals Üben. Bis man die Schriftart eben so drauf hat, dass man nicht mehr bei jedem Buchstaben auf den Arbeitsblättern nachschauen muss und diese Schriftart auch einigermaßen flüssig schreiben kann.

Bevor es dann ans Schreiben und Gestalten der Buchseiten gehen kann, müssen Wir uns im voraus einen Text suchen, das kann ein Songtext sein, ein Gedicht, ein Auszug aus einem Buch, was auch immer. Ich entschied mich für einen Songtext von Oonagh, von dem Lied „Hörst du den Wind“. Dann müssen wir ein Buchformat festlegen, sowie einen Satzspiegel.

Um mir den Aufwand mit den Seiten zuschneiden zu sparen, nahm ich einfach das Format meines Blockes (A4), den ich dazu verwenden wollte.

Den Satzspiegel, auf den Ich mich festlegte, übertrug ich auf alle meine Seiten , weil wir mindestens 20 Seiten in unserem Buch haben mussten. Am besten ist, wenn man dabei einen 2cm breiten Rand (lieber noch breiter) links einer jeden Seite für die Japanbindung einkalkulieren (dazu auch später auch mehr).

Um zu vermeiden, dass man außerhalb des Satzspiegels kleckst oder sonst irgendwie mit Tinte oder Gouache spritzt beim Schreiben (es sei denn, es ist gewollt, das kann nämlich auch ein schöner Effekt sein), empfiehlt es sich, den Rest der Seite mit Abklebeband abzukleben. Beugt übrigens auch Fingertapsen von mit Tinte vollgeschmierten Fingern vor, wie ich im Nachhinein festgestellt habe. 😀

Jetzt kann man anfangen zu Schreiben und zu experimentieren mit Spitzfeder, selbstgebauter Colafeder (eine Bauanleitung gibt es in dem Werkzeug-Beitrag, ebenso Bilder der anderen Werkzeuge), Automatic Pen und anderen selbst gebauten Werkzeugen. Schaut Euch dazu gern die nachfolgende Bilder-Galerie mit fotografischen Auszügen aus meinem fertigen Buch als Inspiration an:

Die Lapidar-Antiqua kann man auch in unterschiedlichen Variationen schreiben, schaut dazu mal hier:

2. Der Harteinband


Wenn man seine Seiten fertig hat, kann man sich an den Harteinband machen. (Im Prinzip könnte man auch erst den Einband machen, wenn man das Buchformat schon festgelegt hat).

Dazu benötigt man 2 mal Pappe im Format des Buches (jeweils eine für Vorder- und Rückseite), 2 Bögen dünnes, nicht so leicht reißbares Papier (mindestens 3cm auf jeder Seite größer als das Buchformat, in einer beliebigen Farbe, kann auch mit Mustern sein, wie man eben will) sowie Buchbinderleim.

Von beiden Pappbögen schneidet man an der Seite, an der später das Buch gebunden wird, einen 2cm breiten Rand ab. Dann leimt man die Papierbögen gleichmäßig mit dem Buchbindeleim ein. Zu erst wird dann jeweils das große Stück Pappe gleichmäßig auf einen Bogen Papier gedrückt. Passt dabei auf, dass im dünnen Papier dann keine Wellen entstehen!

Auf der Seite, wo zuvor der Streifen abgeschnitten wurde, wird dieser jetzt ebenfalls auf das Papier geklebt, jedoch mit etwa 0,5cm Abstand zum großen Pappbogen. Dabei muss man beachten, dass sie oben und unten auf gleicher Höhe sind. Danach kann man an allen Seiten das überstehende Papier um die Kanten der Pappen falten und ebenfalls festkleben. Nun alles gut Andrücken!

Auf der noch nicht beklebten Pappseite wird jetzt noch ein Bogen Papier mit Buchbinderleim aufgeklebt. Es muss auf jeder Seite ein paar Millimeter kleiner sein als das Buchformat:

Das macht man mit der anderen Einbandseite ebenfalls. Danach sollte man die beiden Einbandseiten über Nacht vollkommen trocknen lassen, am besten unter Druck (wofür sich ein paar dicke Bücher hervorragend eignen. :D)

3. Die Japanbindung


Nun zum letzten Schritt – die Bindung des Buches. Damit man das Buch überhaupt binden kann, benötigt es eine kleine Vorbereitung. Man muss nämlich Löcher sowohl in alle Buchseiten als auch in den Einband machen. Um den Einband zu durchbohren empfiehlt sich am besten ein Akkuschrauber mit einem ganz kleinen Bohrer. Für die Seiten reicht eine dicke Nähnadel.

Die Stellen, wo vorgebohrt werden muss, kann man auf die Innenseiten der Einbände leicht mit Bleistift anzeichnen. Wo das genau sein soll, zeigt diese Zeichnung am besten:

Es ist ziemlich wichtig, dass man beim Anzeichnen und Bohren so genau wie möglich ist, ganz einfach aus dem Grund, dass die Löcher am Ende beim Zusammennähen exakt aufeinander liegen müssen, damit keine Buchseiten oder ein Einband irgendwie schief zum Rest des Buches steht.

Wie man alles nun zusammen näht, veranschaulicht am besten dieses Foto:

Wichtig dabei ist, dass man den Faden dabei immer schön festzieht nach jedem Schritt und nach jedem Mal durch ein Loch fädeln, damit das Buch in der Bindung auch schön fest ist, wenn man mit der Bindung fertig ist und vor allem auch fest bleibt beim mehrmaligen Durchblättern des fertigen Buches.

Die Farbe des Fadens kann ruhig im Kontrast zur Farbe des Einbandes stehen (wie bei mir: schwarzer Einband, weißer Faden), da es eine dekorative Bindung ist oder auch im gleichen Farbton wie der Einband sein.

Fertig!

Viel Spaß beim Nachmachen! 😉

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2 Gedanken zu “~ Mein erstes Calligraphiebuch ~

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